Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Schnuggel » 3. Mär 2008, 11:04

Hallo an alle,

ich bin auch mal wieder hier,das alte Forum gefiehl mir besser. Hoffentlich geht es bald wieder. :mimik:

Tja, ich habe mit 33 Jahren innerhalb 1 Woche meine Vollerwerbsminderngsrente bekommen. Der Artzt vom Rentenversicherungsträger meinte,ich sollte einen "Verschlimmerungsantrag" stellen. 80% habe ich,die Antwort steht noch aus.

Ab Februar bekomme ich 606 € Rente, 355 € darf ich dazuverdienen.
Nur ich weiß nicht wo? :?:
Die Ärztin der Epileptologie (Bonn) hatte mir gesagt,dass es bei mir "normal" sei,dass ich etwas 3* erklärt bekommen müsste,bevor es Routine werden würde.
Ich habe 2 Berufe, im Einzelhandel hatte ich noch keine Epilepsie u. nach der Umschulung fürs Büro,sagte man mir im Praktikum,dass ich nur für "einfache Tätigkeiten" tauglich sei. :cry:
Bei den Tests kam sowieso raus,dass ich eine unterdurchschnittliche Intelligenz besitze. Fokale Anfälle wären schwer einzustellen.
Antidepressiva habe ich auch verschrieben bekommen (doch da will ich schwächere,meine hauen mich um :( )
Da ich Ortsgebunden bin u. nichts dabei rausspringt,wenn ich noch fahrgeld bezahlen müsste, frage ich Euch,was ich evtl. tun könnte :?:

Vielleicht finde ich bei Euch Verständnis,denn meine Familie versteht mich nicht,denn sie meinen,dass ich das Geld von Ihnen bekäme,wenn ich mit meiner Rente nicht auskäme.
Doch ich habe auch Stolz. :!:

Gruß

Schnugel
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon chame » 3. Mär 2008, 13:14

Hallo Schnugel,

ich kann Dich schon verstehen, es ist ja auch eine Form von Eigenständigkeit, die man aufgeben muss, wenn man komplett von anderen abhängig ist...

Die Frage ist doch erstmal, was würde Dir denn Spaß machen, wozu fühlst Du Dich noch in der Lage?

Es ist ja nicht so einfach von aussen zu beurteilen, was Du Dir selber noch zutraust und wo Deine Stärken liegen...

Du kannst ja vielleicht erstmal über ein Ehrenamt etwas machen oder Stundenweise eine Tätigkeit, der Du Dich gewachsen fühlst....

Das Deine Familie Dich unterstützen möchte finde ich dennoch sehr schön, was ich aber verstehe ist, dass Du gerne auch noch etwas eigenes haben möchtest...

LG Chame
Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen ;-)
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Schnuggel » 3. Mär 2008, 18:57

Hallo nochmal,

tja,was würde mir Spaß machen?
Ehrenamtlich würde ich gerne im Tierheim mithelfen,doch dort komme ich ohne Hilfe nicht hin. :(
Dann sucht das deutsche rote Kreuz noch ehrenamtliche Helfer,ich weiß nicht,ob ich dort eine Tätigkeit finde,die ich machen kann,als Epileptiker. :?:

Dann war ich heute bei meinem Neurologen,habe ihn gefragt (ich möchte ja nicht meine Vollrente,die seit Februar besteht), verlieren. :weissnix:

-Zeitungsaustragen ist nichts,weil ich abends sortieren müsste und morgens früh raus müsste (ich bräuchte meine 8 Stunden Schlaf)
-Regale einräumen ginge auch nicht (keine Leiter steigen)
-alleine in einer Imbisstube stehen oder im Zeitungsladen ( ein Aussetzer und ich hätte einen starren,leeren Blick drauf und die Kunden würden nicht bedient werden.Sie könnten mich im schlimmsten Falle ausrauben. Es würde ja auch keiner merken,wenn ich umfalle.
-Großküche,da müsste ich flott sein und schnell schalten können.

Was bleibt da noch groß übrig?

Mir sieht man äußerlich und sprachlich meine Epilepsie nicht an,doch bei manchen Sachen, Motorik merkt man es doch manchmal.
Wenn mir etwas in der Umschulung zu viel war, habe ich mir Tavor(Psychoparmaka) reingezogen,durch einen Psychater, der mich das machen ließ, damit ich die Prüfung bestehe. Meine damalige Neurologin schlug die Hände über dem Kopf zusammen,in dem sie meinte,dass ich die Nebenwirkungen der Epi-Medikamente mit genau dem entgegengesetzten Medikament heruntergeschraubt hätte.
Ich könnte nicht,nur weil ich später arbeiten gehen will und keinen Streß aushalte "Tavor" schlucken.
Tja,was jetzt?
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon chame » 3. Mär 2008, 19:07

Hallo Schnugel,

es gibt bestimmt noch viele andere Tätigkeiten, die Du machen könntest. Ich höre aus Deinen Worten aber auch eine gewisse resigniertheit herraus...

Darf ich nur kurz was fragen.... bist Du Männlich oder Weiblich #-) sorry aber ich kann mich nicht mehr genau erinnern!!! Du musst auch nicht antworten, wenn Du nicht magst, aber es gibt da ein paar Sachen, die auch davon abhängig sind, was ich Dir raten könnte!!!

LG Chame
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Dendrit » 3. Mär 2008, 19:20

Hallo Schnugel,

Ich könnte nicht,nur weil ich später arbeiten gehen will und keinen Streß aushalte "Tavor" schlucken.


Das verstehe ich nicht. Tavor ist ein Benzodiazepin. Es wird nicht nur in der Psychiatrie eingesetzt, sondern auch als Anfallsunterbrechung. D.h., dass Du genaugenommen noch mehr vor der Gefahr eines Anfalls (zumindest Grand mal) geschützt warst. "Lediglich" weil es nach so 6 w abhängig macht (außer man hatte vorher schon eine Abhängigkeit), wobei es sogar bei einigen Epilepsiekranken es zur "normalen" Therapie gehört und diese auch nicht resistent werden.

Also diesbzgl. mach Dir keinen Kopf, etwas nicht richtig genommen zu haben. Es war ja kurz und vorübergehend und es ging schließlich um DEINE Zukunft - nicht die der Ärztin.

LG, Dendrit :laptop:
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon chame » 3. Mär 2008, 19:29

Hallo Schnugel,

möchte mich da Dendrit anschließen, mein Sohn bekommt als Notfallmedikament gegen die Epilepsie Tavor expidet 1mg... weil dies den Krampfanfall unterbricht... lt. der Ärztin...

Naja, wenn ich mich dann heute morgen mal daran erinnert hätte, wäre mein Sohn heute bestimmt besser dran gewesen..

LG Chame
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Schnuggel » 3. Mär 2008, 19:47

Hallo ihr zwei,

Chame: Ich bin weiblich und ich bin froh,dass Du mir Ratschläge geben willst. :P

Dentrit: Stell Dir dass so vor.
Im Westerwald hatte ich eine Neurologin,dann bin ich ins Internat nach Köln gezogen und alle 2 Woche zu meinen Eltern gefahren.
In der Zeit hatte ich natürlich außerhalb der Umschulung einen Neurologen in Köln. :)
Der Psychater,der mir die Tavor-Tabletten gab, machte es ein halbes Jahr vor der schriftlichen Prüfung. Der Neurologe und der Psychater stritten sich wegen diesem Thema,aber erst dann, als ich dem Neurologen sagte,er sollte es wenn mit dem Psychater besprechen und nicht auf meinem Rücken austragen.
Das taten sie. Auch der Neurologe schmiss mir ein Packet hin und meinte nur,dass ich sie wenn, nur alle 2 Tage nehmen sollte und zwar 0,5 mg. :|
Er wiß mich nach der Umschulung in Bonn ein(stationär 2 Wochen).
Als ich zurück kam,sagte mir meine alte Neurologin,dass ich Tavor und zwar nur eine Tablette NUR NEHMEN DÜRFTE WENN EIN BESONDERER FALL (Tod eines Familienmitgliedes vorläge.) Ich sollte alle Tabletten wegschmeißen :!:

Ich weiß nicht,was ich "für ein besonderes Gehirn" habe :?:

Gruß

Schnugel
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Schnuggel » 3. Mär 2008, 20:17

Ich habe noch etwas vergessen.

Ich setzte Tavor nicht ein um einen Krampfanfall zu lösen. Nein.

Der Psychater in der Umschulung gab sie auch anderen Umschülern ein halbes Jahr vor der schriftliche und mündlichen Prüfung.
Damit sie den Streß aushielten. :?

Es stand eine Präsentation an? Kein Problem,ich habe ja noch eine Tablette übrig,ich schlucke sie morgens einfach mit...
In einer halben Minute war ich ruhig,alle Gefühle waren ausgeschaltet,ich war eine Maschine die funktionierte und alles Wissen ausspuckte,die ich gerernt hatte.
Genauso machte ich es ab und zu bei mathematischen Prüfungen. So hatte ich keinen "Pläckout."
Wenn ich zu dem Psychater ging (1 Mal wöchentlich) und ihm sagte,dass die Wirkung von Tavor nicht funktionierte, schrieb er mich für ein verlängertes Wochenende krank. Soviele Tage, wie ich wollte.
Ich wäre ja krankhaft ehrgeizig,andere an meiner Stelle hätten schon längst das Handtuch geschmissen. Ich arbeitete sowieso "die Arbeitsaufträge" nach meinem "Urlaub" wieder nach.
Ich war pschisch abhängig,es war Mittel zum Zweck,wenn ich ehrlich bin. :oops:
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon chame » 3. Mär 2008, 20:34

Also liebe Schnugel,

dann fangen wir erstmal so an, dass was da Deine Ärzte mit Dir veranstaltet haben halte ich persönlich für unverantwortlich... Hast Du denn jetzt eine Arzt, dem Du vertrauen kannst, was für eine Art Anfälle hast Du denn....? Wie Hermann immer so schön schreibt, mit einer Epilepsie geht man am besten zu einem Epitologen, also zu einem Neurologen mit einer solchen Zusatzqualifikation oder besser noch in ein Epilepsiezentrum.. Nullnummern in diesem Bereich gibt es leider genug und Du brauchst jemanden der Kompetenz für diesen Bereich besitzt. Das ist erstmal das eine, es ist wichtig, die richtigen Medikamente zu bekommen und einen Arzt zu haben, dem man vertraut, das ist schon die halbe Miete... Hier würde ich Dir raten nochmal genau hinzuschauen, wenn Du Dir diese Fragen selber nicht mit ja beantworten kannst, solltest Du zuerst mal das in Angriff nehmen....

Dann das Andere, Dein Wunsch wieder irgendwas berufliches zu machen, was Dich zum einen nicht um Deine Vollrente bringt aber zum anderen soweit bringt, das Gefühl von einer gewissen Eigenständigkeit zu behalten. Was in Deiner Situation nur allzu verständlich ist...

Hier wäre mir wichtig zu wissen, welche Epi Form Du hast... Aber raten kann ich Dir trotzdem was.... In jedem Ort in Deutschland gibt es Frauenbeauftragte... Die sind dazu da, Frauen bei beruflichen oder anderen Dingen zu beraten... Meistens findest Du sie in den Gemeinden (also am besten mal im Rathaus nachfragen) wenn Du eine Tel. Nr. hast, rufe dort an und lasse Dir einen Termin geben.... Dann schilderst Du Deine Situation und Dein Anliegen...

Falls Du keine Probleme hast mit Alten Menschen zu arbeiten, werden in vielen Gemeinden Helfer gesucht, die bei Seniorenkaffees die älteren Menschen unterhalten, mit ihnen Gesellschaftsspiele machen etc..... oder auch mal mit ihnen spazieren gehen.... kleinere Einkäufe machen etc.. dies geht allerdings erstmal nur über Ehrenamt... Es gibt aber noch andere solcher Tätigkeiten, die nicht sehr anstrengend sind und auch Spaß machen können... Warum suchst Du nach Berufen, von denen Dir vorher schon klar ist, dass Du sie nicht machen kannst... Versuche Dich nicht selber zu demotivieren, in dem Du Deine Ziele zu hoch steckst... Bleibe bei allem was Du tust Du selber und überfordere Dich nicht... In Selbsthilfegruppen oder ähnlichem werden Leute gesucht. In Tafeln für Bedürftige werden immer auch Leute gesucht. Frage bei Kirchlichen Einrichtungen, hier gibt es oft für die Gemeinde Tätigkeiten, die weniger anstrengend oder belastend sind... etc...

Zunächst einmal ist wichtig, dass Du überlegst, dass Du es erstmal ehrenamtlich probierst ohne die Pficht zu bestimmten Tageszeiten Dinge zu tun, die Deine Gesundheit Dir übel nimmt... Vergiss nie, dass es auch wichtig ist, am Leben weiter teilzunehmen, und wenn Du am Anfang vielleicht nur wenig oder nichts dafür bekommst... Auch in Kulturellen Einrichtungen gibt es immer einen Bedarf an Leuten... ob in der Stadtbücherei, Schulbücherei oder ähnlichen... Museen etc...

Also ich denke, Du musst nach sowas schauen, was Dich nicht zu arg belastet...

Ich hoffe Dir ein bisschen geholfen zu haben... wenn Du Fragen hast melde Dich ruhig nochmal...

Liebe Grüße
Chame :P
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Re: Ich weiß nicht was ich arbeiten darf/soll...

Beitragvon Dendrit » 3. Mär 2008, 20:40

Hallo Schnugel,

dass sind ja Ärzte ... *kopfschüttel*. *vogelzeig*

Ich war pschisch abhängig,es war Mittel zum Zweck,wenn ich ehrlich bin.

Was verstehst Du unter "Mittel zum Zweck"? Ich persönlich: es war ein Mittel, das Dir in einer bestimmten Situation Ruhe gab (der Zweck). Dafür Tavor bekannt und Du hast es auch verspürt. Und offensichtlich auch nicht missbraucht. Das braucht Dir auch nicht peinlich sein. ;)

Ich nimm es übrigens auch wg. Psyche. :) Und ich kenn auch eine Reihe, die es - wie Du - in der Prüfungszeit benutzen. Was Du schreibst, bist Du offensichtlich ein Perfektionist.

LG, Dendrit
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