Grad der Behinderung

Grad der Behinderung

Beitragvon Dendrit » 19. Feb 2008, 19:12

Allgemeine Erklärung und Definition(VdK): Grad der Behinderung (GdB)

Ab einen GdB von 50 kann ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden.

Weitere Fragen (evtl. dementsprechend bei der Verlinkung runterscrollen):


Einstufungen bei den verschiedenen Epilepsie- bzw. Anfallsformen nach Epileptische Anfälle je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung:

Sehr selten

  • generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als 1 Jahr;
  • kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von Monaten

    GdB: 40


Selten

  • gener. große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten,
  • kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von Wochen

    GdB: 50 - 60


Mittlere Häufigkeit

  • gen. große und komplex-fok. Anfälle mit Pausen von Wochen,
  • kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von Tagen
    GdB: 60 - 80


Häufig

  • gen. gr. oder kompl.-fok. Anfälle wöchentlich oder Serien von gen. Krampfanfällen, von fokal betonten oder von multifokalen Anfällen;
  • kleine und einf. fokale Anfälle täglich

    GdB: 90 - 100


Nach drei Jahren Anfallsfreiheit

    bei weiterer Notwendigkeit von Behandlung mit Antiepileptika.

    GdB: 30


Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei Jahre Anfallfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist dann kein GdB mehr anzunehmen.
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Zora » 20. Feb 2008, 14:15

Hallo Dendrit,

wenn ich mir das Ausrechne, dann wäre ich bei einem GdB von 90 - 100 %. Da sind sie anderen Krankheiten noch gar nicht mit dabei.

Danke für die super gute Seite, sowas kann man immer gut gebrauchen.

Ganz liebe Grüße

Zora ;)
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon chame » 20. Feb 2008, 19:23

Hallo Dendrit,

ich finde diese Seite auch sehr aufschlussreich, vielen Dank dafür. Solche Info´s sind sehr hilfreich...

Liebe Grüße
Chame :P
Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen ;-)
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Kamasutra » 21. Feb 2008, 13:16

Die Frage, die ich mir immer stelle ist, ob ich das auch tun sollte, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen.

Als ich noch die einfach-fokalen Anfälle hatte, die zwar häufig pro Monat, aber so schön geordnet und gut handhabbar auftraten sah ich überhaupt keine Sinn darin, denn ich fühlte mich nicht annähernd behindert. Jetzt, mit den komplex-fokalen und immer noch einer sehr hohen Anfallsfrequenz, bin ich durchaus eingeschränkt - aber behindert? Behindert mich der Ausweis nicht unter Umständen irgendwann einmal mehr, als dass er mir nutzt? Und nur, damit ich ein paar Tickets billiger bekomme oder man aufstehen muss, wenn ich mich in der Bahn setzen will, das kann es ja wohl nicht wert sein...
Gruß, Kamasutra
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon chame » 21. Feb 2008, 13:53

Hi Kamasutra,

es geht bei einem Behinderten Ausweis nicht nur um irgendwelche günstigeren Tickets... Es geht um steuerliche Vorteile etc... das SchwBG und das SGB hat da einige Dinge, die Dir das Leben erleichtern können (aber nicht müssen) natürlich hat alles im Leben zwei Seiten, Du solltest Dich halt mal in Deinem speziellen Fall beraten lassen, von Leuten, die sich täglich damit beschäftigen... Da Ihr ja selbstständig seid ist das was ein Arbeitgeber zu berücksichtigen hat ja nicht wirklich relevant aber bei der Steuer, macht sich das schon bemerkbar... Denk einfach mal darüber nach und lass Dich beraten und dann wägst Du einfach die Für und Wider ab!

In unserem Fall hat es bisher nur Vorteile gehabt.

LG Chame
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Hermann » 21. Feb 2008, 15:47

Hallo,
ich habe bei folgenden Einschränkungen nachstehend aufgeführte GdB:
a) Fersenbeintrümmerbrüche beidseitig, konservativ verheilt; Handgelenksbruch, Schienbeinkopffraktur, Kniescheibenfraktur (Einzel-GdB: 60)
b)Cerebrales Anfallsleiden (Einzel-GdB: 50)
c) Neurotische Depression (Einzel-GdB: 20)
d) Fehlhaltung und Veränderungen der Wirbelsäule mit Lendenwirbelsäulensyndrom (Einzel-GdB: 20)
Mir ist ausgestellt worden ein grün/orangefarbener Schwerbehindertenausweis mit einer Gesamt GdB von 100 % mit dem Merkzeichen "G".
Herzliche Grüße
Hermann
Habe einen Bericht über einen epilepsiechirurgischen Eingriff verfaßt, der den Zeitaufwand für die OP von der ersten Untersuchung über die Reha bis zur Arbeitsaufnahme beschreibt. Kann über PN angefordert werden.
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Dendrit » 21. Feb 2008, 16:07

Hi,

mit täglichen Absencen, Impulsiv-Petit mal (bei der Antragsstellung mehrmals wöchentlich) und seltenen Grand mal bekam ich GdB 80 und die Merkzeichen "G" und "B".

LG, Dendrit
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Kamasutra » 21. Feb 2008, 16:26

@Chame
Das mit den Tickets war auch nur mal so scherzhaft am Rande angebracht. ;) Natürlich geht es um andere Dinge, aber um was? Oder was mich eigentlich mehr interssiert - denn die Vorteile sind herauszufinden: Wo können ggfs. Nachteile entstehen, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat?

Was das Steuerliche anbelangt, so habe ich auch schon mal bei unserer Steuerberaterin angeklopft, dass sie mir mal sagen soll, inwieweit es sich für mich lohnen würde oder ob ich es besser lassen sollte.


@all
Was ich erstaunlich finde (Oder ich verstehe es falsch): mit mehrern komplex-fokalen Anfällen pro Woche hat man schon einen Grad von 90-100? Das kann doch nicht sein, oder?
Gruß, Kamasutra
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Hermann » 21. Feb 2008, 17:55

Hallo Kamasutra,
ich möchte zum Schwerbehindertenausweis noch Folgendes sagen. Dieser Ausweis hat einmal kurz nach dem 2. Weltkrieg Kriegsversehrten helfen sollen, mit den verbliebenen Möglichkeiten den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind die Rechte der Ausweisinhaber immer mehr geworden. Wenn dann aber jemand, der auf Arbeitssuche ist, bekannt gibt, dass er diesen Ausweis hat, rechnet sich der Arbeitgeber die Nachteile, die er hat, wenn er diese Person einstellt, aus. Schwerbehinderte haben Recht auf mehr Urlaub, dürfen nicht in Schicht arbeiten und können nur entlassen werden mit Zustimmung des Versorgungsamtes. Für den Arbeitgeber bedeutet das, dass er sich eine Menge Pflichten mit der Einstellung einer Person, die im Besitz eines Schwerbehindertenausweises ist, an Hals holt.
Für junge Leute ist aus meiner Sicht der Ausweis fast eine Garantie, nie mehr Arbeit zu bekommen. Auf die Frage eines Arbeitgebers, ob eine Schwerbehinderung vorliegt, darf man nicht lügen. Wenn man nicht gefragt wird, muss man die Schwerbehinderung nicht angeben, es sei denn, man weiß von vornherein, dass man die Arbeit, z. B. mit der Epilepsie nicht ausüben kann.
Was die Lohnsteuerermäßigung angeht, ist sie sehr gering. Der Ausweis fängt aus meiner Sicht erst an interessant zu werden, wenn man Merkzeichen hat. Ich z. B. habe das "G", das heißt mittlerweile, dass ich im gesamten Regionalverkehr deutschlandweit kostenfrei fahre. Die erforderliche Wertmarke dafür kostet im Jahr 120 Euro. Wer Geringverdiener ist, kann von dieser Zahlung befreit werden.
Wer erzählt, dass er bei mehreren komplex fokalen Anfällen in der Woche einen GdB von 90 % hat, muss sonst noch Behinderungen haben, sonst bekommt er die nicht.
Ich wünsche allen alles Gute und viel Gesundheit.
Liebe Grüße
Hermann
Habe einen Bericht über einen epilepsiechirurgischen Eingriff verfaßt, der den Zeitaufwand für die OP von der ersten Untersuchung über die Reha bis zur Arbeitsaufnahme beschreibt. Kann über PN angefordert werden.
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Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Kamasutra » 22. Feb 2008, 09:06

Hi Hermann,

genau das sind meine Gedanken, die mich den Schwerbehindertenausweis eigentlich gar nicht so sonderlich attraktiv erscheinen lassen (für mich). Im Moment ist es so, dass ich selbständig tätig bin, aber vielleicht will ich ja doch irgendwann mal wieder versuchen, das zu ändern und dann hätte ich mit so einem Ausweis eben genau die von dir genannten Nachteile, wenn jemand unpassend nachfragt. Und steuerlich - ok, das muss ich noch mit meiner Steuerberaterin klären, aber ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass sich das so herausreißend lohnen kann.

Was meine Anfälle anbelangt: Meine seltenen GM im Schlaf sind mit den Tabletten, die ich nehme unter Kontrolle, würden für den Ausweis also eh nicht zählen, blieben also nur meine komplex-fokalen Anfälle bleiben, von denen ich pro Monat um die 15 Stück habe. Wenn ich diese Liste von Dendrit richtig verstanden habe, bekäme ich damit immerhin irgendwas zwischen 60 und 80 und damit auch einen Schwerbehindertenausweis, aber die Frage nach dem Sinn bleibt für mich nach wie vor offen.

Ich fände es schön, wenn andere auch noch ihre Gedanken dazu beitragen würden, insbesondere, wenn sie auch vor der Wahl gestanden haben. (Oder habt ihr das einfach so gemacht, ohne drüber nachzudenken, wenn ihr es denn gemacht habt?)
Gruß, Kamasutra
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