Grad der Behinderung

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Dendrit » 25. Feb 2008, 22:37

Hallo Hermann,

Ich kenne jede Menge Leute, die durch ganz Deutschland mit dem Ausweis in Regionalbahnen und -bussen touren.

kannst mich gleich zu der "Menge Leute" dazuzählen! ;) Zwar nicht durch ganz Dt.land, aber so 6 h einfach ist 2x im Jahr drin. :D

LG, Dendrit
Dendrit
Globaler Moderator
Globaler Moderator
 
Beiträge: 147
Registriert: 02.2008
Wohnort: Schongau
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Leopoldine » 26. Feb 2008, 09:30

Hallo Hermann,

ich wohne in NRW, und ich habe auch das ag, g und B.

Ich muss erst 60 € überweisen, dann bekomme ich eine Wertmarke auf einem Beiblatt, die 1 Jahr gültig ist. Dazu bekommt man ein Streckenverzeichnis.
Damit werden Städte im Umkreis von meinem Wohnort aufgelistet (im Umkreis von 50 km) in alle Richtungen versteht sich. Das muss man dabei haben, und bei Kontrollen vorzeigen.

Die Busfahrer, bzw. Personen im Nahverkehr, wissen das meistens nicht.

Sicher aber die Kontrolleure!

Man kann sich so sicher fortbewegen, doch da ist mir Ehrlichkeit wichtiger :lol: .

Ausserdem spielt das Bundesland auch eine Rolle. Bei uns in NRW bekommt man ab 70 GdB eine aussergewöhnliche Parkerleichterung beim Tiefbauamt. Damit kann man auf öffentl. Parkplätzen gratis parken bis 12 oder sogar 24 Std. für verschiedene Parkplätze bzw Fussgängerzone beim Be- und Entladenzeiten und vieles mehr.
Das gilt in einigen Bundesländer nicht.
Brauch ich nicht mehr, da ich mit dem SBA Parkkarte so ziemlich fast überall stehen kann :lol: .

Grüsse von Marianne
Leopoldine
 
Beiträge: 27
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Hermann » 26. Feb 2008, 10:20

Hallo Marianne,
ich habe den SBA seit 8 Jahren. Auch das Streckenverzeichnis der Bahn liegt dem Ausweis bei. Als ich vor Jahren eines Tages über die 50 km-Grenze fahren wollte, habe ich angerufen und gefragt, wie das gehandhabt wird. Dort habe ich zum ersten Mal erfahren, dass im Falle eines Verkehrsverbundes diese Grenze entfällt. Ich fahre nicht wenig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das Streckenverzeichnis der Bahn ist noch nie verlangt worden. Ich bin auch generell für Ehrlichkeit. Im Falle der öffentlichen Verkehrsmittel sehe ich das allerdings anders.
"Die Bundesregierung Deutschland hat mich hinsichtlich meiner Behinderung auf dem Gewissen, ist aber nicht bereit, dafür zu zahlen. Sie zahlt gar nichts, also verhält sich noch mieser als der Pharmakonzern Grünenthal, der hat die Contergangeschädigten zumindestens mit einem Trinkgeld abgefunden. Meine Epilepsie ist über 20 Jahre nach der Pflichtpockenschutzimpfung aufgetreten. Das wird ärztlicherseits bestätigt, dass aufgrund des Fieberkrampfes im Kindesalter, entstanden durch die Pockeschutzimpfung, diese Krankheit, die mein ganzes Leben gekostet hat, ausgebrochen ist. Aus diesem Grunde diskutiere ich, dass es wohl egal ist, ob die Bahn leer oder mit mir fährt, der zuvor geschädigt worden ist."
Herzliche Grüße
Hermann
Habe einen Bericht über einen epilepsiechirurgischen Eingriff verfaßt, der den Zeitaufwand für die OP von der ersten Untersuchung über die Reha bis zur Arbeitsaufnahme beschreibt. Kann über PN angefordert werden.
Hermann
 
Beiträge: 23
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Kamasutra » 26. Feb 2008, 10:52

Also, wirkliche Vorteile sehe ich bisher eigentlich nur, wenn man die volle Breitseite abschöpfen kann, quasi "Ganz oder gar nicht". Nur so ein bischen über den GdB 50 bringt es meines Erachtens nicht, weil die potentiellen Nachteile sofort die kaum vorhandenen Vorteile überwiegen. Wirklich spannend wird es wirklich erst, wenn man einen höheren GdB hat und die Extrabuchstaben dazu kommen, wie mir scheint.

Übermorgen habe ich noch einen Termin mit meinem Neurologen und zum Hausarzt muss ich auch noch mal, mit denen kann ich mich ja auch noch mal beraten. Und steuerlich wird auch noch eine Rückmeldung kommen - mal schauen, was die alle so meinen. Die allgemeingültigeren Anteile kann ich ja dann auch noch mal hier einstellen - ich denke, das ist grundsätzlich schon ein interessantes Theme für noch mehr Leute. Hauptsächlich natürlich in Bezug auf Beruf, aber vielleicht ist das ja eben nicht das Einzige und wir wissen es einfach nur bisher nur nicht. (Wobei es ja urpsrünglich um die finanzielle Absicherung ging, die normalerweise über den Beruf erfolgte, also dürfte das vermutlich schon das einzige sein.)
Gruß, Kamasutra
Bild
Kamasutra
 
Beiträge: 46
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Dendrit » 26. Feb 2008, 11:40

Hallo Hermann und allen anderen ...

... was Amüsantes:
das Streckenverzeichnis der Bahn ist noch nie verlangt worden. Ich bin auch generell für Ehrlichkeit.

Vor meinem Umzug kannten mich die Busfahrer schon und ich brauchte beim Einsteigen den Ausweis und Wertmarke nicht mehr zeigen. Umgezogen. In der Macht der Gewohnheit setzte ich mich übermüdet mit vielem Gepäck und im Winter das erste Mal in den Bus am neuen Wohnort. Der Busfahrer starrte mich an. Als der Busfahrer meinte: "Und jetzt?" Auch Gewohnheit, etwas mit dem Busfahrer zu reden: "Jetzt fühl ich mich wesentlich besser." Dass es im Bus schön warm wäre und noch was. Er starrte mich immer noch an. "Und jetzt?" Hm, bin ich in den falschen Bus eingestiegen, dass der gar nicht mehr weiter fährt? Also fragte ich, ob er in die Stadtmitte fährt. - Ja. - Was denn wäre, ob ich etwa nicht zahlen wolle? - Ach sooooo! Ich musste lachen und sagte ihm, dass ich das gar nicht mehr gewohnt wäre. Holte Ausweis und zeigte es ihm.

Dann war es für ihn auch verständlicher, denn für ihn war es direkt frech, dass sich eine "Schwarzfahrerin" wie selbstverständlich unterhält und sich noch vergewissert, wohin er fährt. Als ich am Ziel war mussten wir nochmals lachen und er meinte, ich könne gern wieder mitfahren, aber so schnell könne er sich die Gesichter nicht merken. Ich soll das nächste Mal dran denken. Ich könne nicht verlangen, dass er hungrig, kurz vor dem Mittagessen groß denken könne. :lol:

LG, Dendrit
Dendrit
Globaler Moderator
Globaler Moderator
 
Beiträge: 147
Registriert: 02.2008
Wohnort: Schongau
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Leopoldine » 26. Feb 2008, 14:20

Hallo Dendrit :hallo: ,

solche schöne Erlebnisse möchte ich auch gern einmal erleben ;) .

Wenn ich zu meinem Dok in den nächsten Ort fahre (mit Gehwagen), dann lässt mich jeder Busfahrer nach vorne zum vorderen Eingang gehen :shock: .

Denn mein Gehvermögen ist so grottenschlecht.

Mein Streckenverzeichnis muss ich auch nicht vorzeigen, nur die Wertmarke, wo der bezahlte Zeitraum drauf ist und der SBA.

In unserem örtlichen Stadtbus ist das anders. Die helfen sogar beim ein- und aussteigen :roll: .

Dort muss ich meinen Ausweis und Wertmarke nicht vorzeigen :fratze: .

Grüsse von Leopoldine
Leopoldine
 
Beiträge: 27
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Leopoldine » 26. Feb 2008, 14:47

Hallo Hermann,

aus deinem Eintrag lese ich grosse Unzufriedenheit und eine Menge Ärger.

Es tut mir leid für dich, das sich eine Epilepsie entwickelt hat :puh: .

Wenn ich an deiner Stelle wäre, und ich hätte einen Beweis, dann würde ich solange kämpfen bzw klagen, was das Zeug hält.

Ich weiss allerdings nicht, ob man das mit Contergan Geschädigten vergleichen kann. Damals musste man für seine Rechte klagen. Das weiss ich von einer Freundin bzw deren Mutter.

Ist der Fieberkrampf denn eine Folge von der Impfung gewesen?

Es interessiert mich aus dem Grund, weil ich auch mit 14 meine Epilepsie u.a. bekommen habe.
Somit auch schon 28 Jahre :mimik: .

Ich wünsche dir auf alle Fälle noch gute Besserung und alles Gute :roll: .

Grüsse von Leopoldine
Leopoldine
 
Beiträge: 27
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Hermann » 26. Feb 2008, 15:36

Hallo Leopoldine,
Du hältst mich für unzufrieden und hast das richig erkannt. Ich bin nach einem Fieberkrampf im Kleinkindalter 22 Jahre später im Alter von 25 Jahren an Epilepsie erkrankt. Damals hatte ich keine Zeit, mich groß um die Krankheit zu kümmern, ich hatte 3 Jahre zuvor geheiratet, hatte bereits 2 süße Kinder, hatte ein Unternehmen mit Beschäftigten, und noch viel vor. Da ist keine Zeit gewesen, krank zu sein. Das habe ich ausgehalten 26 Jahre, dann konnte ich nicht mehr und mußte nicht mehr, weil meine Frau und die beiden Kinder mit dem Studium fertig waren. Ich hatte meine Familie bestmöglich versorgt, jetzt war Zeit für mich. 6 Jahre später ist mir von Ärzten gesagt worden, dass ich genau 32 Jahre umsonst Medikamente geschluckt habe, weil meine Epilepsie medikamentös gar nicht therapierbar war. Ich habe mich dann ein halbes Jahr später operieren lassen, seither geht es mir gut, zurückblicken darf ich nicht, aufgrund der vielen Fehl-, Miß- und Falschbehandlungen der Ärzte habe ich immerhin über 30 Jahre meines Lebens verschenkt, an die letzten 10 Jahre kann ich mich kaum erinnern, obwohl ich nach Aussagen meiner Kunden einwandfrei funktioniert haben soll. Ich glaube, dass meine Unzufriedenheit damit Begründung gefunden hat.
Ich bitte um Verständnis für dieses doch sehr private Auftischen, es soll aber den Leser abschrecken, sich in die Hände nichtswissender Neurologen zu begeben, eine Epilepsie gehört in die Hände von erfahrenen Epileptologen, sonst wird man mißbraucht.
Herzliche Grüße
Hermann
Habe einen Bericht über einen epilepsiechirurgischen Eingriff verfaßt, der den Zeitaufwand für die OP von der ersten Untersuchung über die Reha bis zur Arbeitsaufnahme beschreibt. Kann über PN angefordert werden.
Hermann
 
Beiträge: 23
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Zora » 28. Feb 2008, 18:57

Hallo Dendrit,
und all ihr anderen,

Code: Alles auswählen
Ebenso kann man im Prinzip immer ein Sitzplatz in Bussen, Zügen, U-Bahnen etc. in Anspruch nehmen (weiß aber nimmer, wg. dem Buchstaben "B" oder "G").

Man kann auch direkt an die Kasse gehen und müsste sich nicht anstellen und wäre gleich der nächste. (Das hab ich nur einmal gemacht: Tierpark, um die 30°, Schlange für leicht 10 Min. anstellen und natürlich kein Schatten.)


Du darfst den Sitzplatz in Anspruch nehmen soweit ich das jetzt weiß, mit dem Buchstaben G, aG. Will das aber jetzt nicht 100 %ig behaupten ob das stimmt, werde ja auch älter. :lol:

So so du hast dein Recht geltend gemacht, auf so ne Idee bin ich ja noch nie gekommen, wenn ich da an den Louvre und Co. denke wo ich schon sehr, sehr lange Anstand, ohweia.

Ich mußte ja sowas von lachen als ich dein Bericht las was die Geschichte mit dem Busfahrer anbelangt hat. Hab mich ja fast weggekrümelt vor Lachen als ich dies las. Glaube ich zeige schon immer brav meine Wertmarke + Ausweis automatisch wenn ich Bus oder ähnliches fahre. Kann mir das gut Phantasiemässig vorstellen, wie blöde der geklotzt hat.

Ne Schwarzfahrerin, wo sich noch Unterhalten will, hätte mir aber auch passieren können, wenn man an einen Busfahrer gewöhnt ist. :D

Lieber Gruß

Zora ;)
Zora
 
Beiträge: 44
Registriert: 02.2008
Geschlecht:

Re: Grad der Behinderung

Beitragvon Dendrit » 5. Mär 2008, 17:54

Um darüber weiter zu diskutieren, hier der Link zum entsprechenden Thread im Epi-Netz-Forum:

http://forum.epilepsie-netz.de/index.php?topic=4576.0
Dendrit
Globaler Moderator
Globaler Moderator
 
Beiträge: 147
Registriert: 02.2008
Wohnort: Schongau
Geschlecht:

Vorherige

Zurück zu "Ämter"



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron